Alle drei Tore herrlich herausgespielt

Frauenfußball Eine nahezu perfekte Chancenverwertung beschert dem TSV Crailsheim in der Regionalliga Süd den 3:1-Sieg gegen Jahn Calden. Die Gäste überzeugen spielerisch. Von Joachim Mayershofer

Jahn Calden hatte als Regionalliga-Aufsteiger vor dem Spiel in Crailsheim aus zehn Partien 17 Punkte geholt. Der spielstarke Neuling war also eine harte Nuss, die die Horaffen zu knacken hatten. Und dem TSV Crailsheim gelang dies beim 3:1-Sieg mit nahezu perfektem Konterspiel, bei dem Fehler der Gäste konsequent bestraft wurden. „Die Spielanteile waren für mich eigentlich gleich verteilt. Crailsheim hat die Chancen aber besser genutzt. Sie haben vier und drei davon reingemacht. Wir haben einmal die Latte und einmal den Pfosten getroffen. Wir waren hinten zu instabil“, erklärte Jahn Caldens Trainer Wolfgang Berndt.

Das 1:0 fiel in der 18. Minute nach einem zu kurzen Ball von Torhüterin Marigona Zani, den Sophia Klärle am Mittelkreis aufnahm und sofort auf Luisa Scheidel am Strafraum weiterleitete. Die beste Crailsheimer Torschützin (sechs Treffer in neun Spielen) wackelte ihre Gegnerin aus und schlenzte das Leder in die Maschen. Zwei Minuten zuvor hatte Lisa Wich den Ball außerhalb des Sechzehners über die Gästekeeperin gelupft, aber Natascha Rudat klärte gerade noch im Laufduell.

Jahn Calden hatte zu Beginn des Spiels zwei Torchanchen gehabt. Sharon Braun setzte, noch gut gestört von Anna Horwath, den Volleyschuss aus elf Metern über das Tor (4.). Johanna Hildebrandt versuchte es aufs kurze Eck, doch TSV-Torhüterin Nadine Steiner klärte zum Eckball (7.). Sarah Hermann rettete kurz nach dem Führungstreffer in der 19. Minute nach einem Kopfball auf der Linie. Eine Minute später folgte aber der Ausgleich, als Arlene Rühmer von links Hildebrandt am Fünfer toll bediente und diese nur noch einschieben musste.

Aus 45 Metern knapp vorbei

Aus knapp 45 Metern verfehlte die Crailsheimerin Luisa Scheidel mit einer Direktabnahme das verwaiste Tor der Gäste (30.). Auf der Gegenseite traf Luisa Schanze aus der Drehung nur die Latte (33.). Beim 2:1 bediente dann Lisa Wich mit einem tollen Gassenball am Strafraum Maren Schmitt, die eiskalt einnetzte (38.).

Nach der Pause hätte Sharon Braun beinahe den Ausgleich erzielt, aber ihr Flachschuss landete am Pfosten (55.). Fünf Minuten später erklang schon die Tormusik, doch das vermeintliche 3:1 durch Celia Kirbach per Kopfball wurde wegen Behinderung der Torhüterin im Fünfmeterraum nicht gegeben. Das erlösende Tor zum 3:1 gelang dann Maren Schmitt mit ihrem zweiten Tor an diesem Tag. Sie wurde erneut mit einem herrlichen Pass in die Schnittstelle bedient, dieses Mal von Luisa Scheidel, umkurvte die Torhüterin und schob ein (77.).

„Es ist eine verdiente Niederlage, weil wir die Zweikämpfe einfach nicht angenommen haben. Crailsheim war robuster, hätte den Chancen nach aber mit einem Unentschieden leben können“, erklärte Caldens Trainer Berndt.

Sein Gegenüber Edgar Klärle gab zu, dass die Gäste „fußballerisch fast einen Tick besser als wir waren. Von der Chancenauswertung waren wir heute sehr gut. Das Umschalten nach vorne hat sehr gut geklappt. Wir wussten, dass Jahn Calden sehr spielstark ist und die Angriffe schnell nach vorne trägt. Darauf haben wir uns eingestellt, standen deshalb sehr tief und haben schnell gekontert. Das ist heute zwei-, dreimal sehr gut aufgegangen.“

Der TSV Crailsheim hat vor der Winterpause nun noch sechs Spiele zu bestreiten, drei davon in der Vorrunde. „Wenn wir aus diesen dreien sechs Punkte holen, bin ich zufrieden. Aber ich könnte auch mit vier ganz gut leben“, sagte Klärle, der zusammen mit Martin Grund und Marco Schmitt die Fußballerinnen des TSV Crailsheim trainiert. Am nächsten Sonntag geht es zum SC Freiburg II, am Sonntag, 18. November, ist dann Frauenbiburg zu Gast im Schönebürgstadion. Dann folgen drei Rückrundenspiele, ehe das Vorrundennachholspiel gegen Alberweiler am 15. Dezember den Schlusspunkt vor der Winterpause setzt.

Crailsheim – Jahn Calden 3:1

Tore: 1:0 Luisa Scheidel (18.), 1:1 Johanna Hildebrandt (20.), 2:1, 3:1 Maren Schmitt (38., 77.)

Crailsheim: Steiner, Herrmann, Hasenfuß, Kirbach (68. Uhl), Horwath, Scheidel, Klärle (90. Schmölz), Schmitt (85. Spajic), J. Klenk, Specht, Wich (81. S. Klenk)

Quelle: Hohenloher Tagblatt / Joachim Mayershofer


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